Geboren wurde Alexander Lion am 15.12.1870 in Berlin. Er studierte Medizin und trat 1895 dem Militär bei. Dort lernte er Anfang 1900 als Stabsarzt der Kaiserlichen Schutztruppe in Süd-West-Afrika einen Kameraden namens Maximilian Bayer kennen.
Das erste Mal mit der pfadfinderischen Idee in Berührung kam Alexander Lion im Frühjahr 1908 während einer Fahrt nach England beim Lesen der "Times". Ein Artikel über die Erscheinung des Buches "Scouting for Boys" des Gründers der Pfadfinderbewegung Baden-Powell weckte sein Interesse.
Nach Lesen des Buches war er so begeistert von der Pfadfinder-Idee, dass er, zusammen mit Maximilian Bayer, beschloss, auch in Deutschland Pfadfindergruppen zu gründen. Gemeinsam übertrugen sie das Buch "Scouting for Boys" in deutsche Verhältnisse. Es erschien 1909 als "Pfadfinderbuch".
Im September des selben Jahres war er drei Tage bei Baden-Powell in London zu Gast, der ihn durch Anstecken der Pfadfinderlilie "offiziell" zum ersten deutschen Pfadfinder ernannte.
1911 dann gründeten Alexander Lion, Maximilian Bayer und einige Freunde den Deutschen PfadfinderBund, deren erster Reichfeldmeister Bayer wurde.
Im zweiten Weltkrieg wurde Alexander Lion wegen Landesverrats zu 10 Monaten Haft verurteilt. Er hatte den internationalen Kommissar der Boy Scouts in Wien in einem Brief vor dem Doppelspiel von HJ und Reichjugendführung gewarnt. Diesen Brief hatte die Gestapo beim Einmarsch in Wien gefunden.
Nach Ende des Krieges begann Lion mit dem Aufruf "Pfadfinder, bitte meldet Euch bei Dr. Lion, Jugendkreisamt Bad Aibling!" mit dem Wiederaufbau der Pfadfinder in Deutschland. Bereits 1948 fand das erste größere Pfadfindertreffen statt. Der Bund Deutscher Pfadfinder wurde gegründet und Alexander Lion zu dessen Ehrenpräsidenten ernannt.
Am 03.02.1962 starb Alexander Lion in Wollmetshofen im Alter von 91 Jahren.


